voten IM GROSSEN GEMEINDERAT

Sitzung vom 06.07.2020

Votum zum Postulat

"Comeback des Laubrechens" (Nr. 2020.23)

(von der FDP nicht unterstützt, eingereicht von Grüne/SP/GLP/CVP/EVP, welche somit quasi ein Verbot des Laubbläsers fordern)

 

 

"Geschätzter Präsident, 

geschätzter Stadtrat,

geschätzte Kolleginnen und -kollegen,

 

Einer Gesellschaft muss es gut gehen, wenn diskutiert wird, ob Laubblätter durch die Luft fliegen oder von den Krallen des Rechens gesammelt werden sollen. Was banal klingt, ist es nämlich auch. Da kann ich nur anmerken: In China ist ein Sack Reis umgefallen und Winterthur diskutiert über einen technischen Rückschritt ins letzte Jahrhundert. Zurück zu anno dazumal, zurück in die Zeit, als das «Sahlenweidli» noch von Meister Gotthelf höchstpersönlich bewirtschaftet wurde. 

 

Bereits vor 2 Jahren hat der Stadtrat auf eine thematisch ähnliche Anfrage der Grünen insbesondere auf das Strassengesetz hingewiesen. Für die Verkehrssicherheit von Autos und auch schmalbereiften Drahteseln muss Laub wegen Rutschgefahr entfernt werden. Sicherheit darf nicht vernachlässigt werden. Trotzdem fordert eine Mehrheit dieses Rates ein «Comeback des Laubrechens». 

 

Mit den heutigen Ressourcen wäre das Einsammeln von Laub nicht gleich gut möglich und würde wohl den doppelten Zeitaufwand bedeuten. Es handelt sich auch um einen zu operativen Eingriff in die Tätigkeit der Verwaltungsbereiche. Die Entschärfung der «Null-Laub-Toleranz» ist denkbar. Aber: Die optimale Belüftung des Bodens ist für das Pflanzenwachstum von Bedeutung. Ansonsten kann der Bodenaufbau oder Rasen auch beschädigt werden. Die wunderschönen Parks in unserer Gartenstadt würden wohl darunter leiden. Es müssen somit zuerst die Anforderungen an das Erscheinungsbild definiert werden. Entweder wird also weniger Laub eingesammelt oder es wird mehr Personal eingestellt, was bekanntlich zu unerwünschte Mehrkosten führt.

 

Der Benzin-Verbrauch und auch der Lärm heutiger Laubbläser sind enorm. Mit technischer Weiterentwicklung wird das aber reduziert. Gesamtstädtisch werden immerhin schon ⅓ elektrisch betrieben, erzielen aber weniger Leistung als die Geräte, welche bereits heute mit umwelt- und gesundheitsschonenden Gerätebenzin betrieben werden.

 

In den Unterhalt der Stadt fallen gemäss Baumkataster über 13'000 Bäume. Jeden Herbst fallen also hunderte, wenn nicht tausende Tonnen Laub an. Die Arbeit ist also nicht nur mühsam, sondern auch schier endlos. Ich fordere darum alle heute dem Postulat zustimmenden Gemeinderätinnen und Gemeinderäte auf, in diesem Herbst zum Wohle von unserer Stadt für mindestens einen Tag Laub zu rechen. Die FDP-Fraktion wird bei diesem Postulat aus finanziellen und operativen Überlegungen klar dagegen stimmen."



Sitzung vom 24.02.2020

Votum zur Interpellation

"Lohngleichheit zwischen Mann und Frau in der städtischen Verwaltung und nahestehenden Unternehmen" (Nr. 2018.13)

(von der FDP damals unterstützt, aber nicht eingereicht)

 

"Geschätzter Stadtrat,

geschätzte Ratskolleginnen und -kollegen,

 

Die FDP-Fraktion dankt dem Stadtrat für seine Antwort zu dieser Interpellation. Die Lohngleichheit ist immer wieder ein grosses Thema - und das zurecht. Für gleiche Arbeit in vergleichbarem Umfang, soll auch der gleiche Lohn ausbezahlt werden. Es sollte jedoch auch klar sein, dass ein solcher Vergleich nicht ganz so einfach erstellt werden kann.

 

Die vorliegende Antwort auf die Interpellation vom März 2018 - schon beinahe zwei Jahre alt - brachte erfreuliches zutage: Die Lohngleichheit zwischen Mann und Frau ist innerhalb der Stadtverwaltung beinahe erreicht, nach Ausschluss von gewissen Kriterien resultiert eine Lohndifferenz von 1.7% zu Gunsten der Männer. Dieser Prozentsatz wurde im Jahr 2013 in einer Lohngleichheitsprüfung ermittelt. Das effektive Gefälle ist also weit tiefer als von den Interpellanten behauptet. Dort waren es 7.4%. Die FDP-Fraktion geht davon aus, dass bei der in diesem Jahr angesetzten Überprüfung im Rahmen der Personalrechts-Revision ein ähnlich gutes - oder sogar besseres! - Resultat erzielt werden kann.

 

Die FDP-Fraktion hat diesen Vorstoss damals vollständig mitunterzeichnet. Wir stehen auch heute noch hinter diesem Anliegen, weil es eine Selbstverständlichkeit sein sollte, getreu dem Motto «Qualifikation vor Geschlecht» - was die linke Ratsseite gerne drehen würden. Auch können sogar die im Rahmen des nationalen Frauenstreiktags vom 14. Juni 2019 gestellten Forderungen betreffend dieser Gleichheit mit gutem Gewissen bereits als erledigt betrachtet werden.

 

Weitere Massnahmen aus dem Parlament sind nun jedoch für uns nicht angezeigt, die Stadt Winterthur setzt als Arbeitgeberin einen guten Impuls und verhält sich vorbildlich. Wir sind sehr zuversichtlich, auch die restlichen 1.7% nun problemlos egalisieren zu können. Die FDP-Fraktion nimmt die Interpellation also in zustimmendem Sinne zur Kenntnis."